Ziele der Jugendakademie Mannheim Rhein-Neckar-Dreieck
A. SACHZIELE
Präambel
Die Jugendakademie Mannheim Rhein-Neckar-Dreieck fördert junge Menschen, die möglicherweise in Zukunft die Gesellschaft besonders prägen werden. Solche Eliten müssen über breite fachliche und hohe soziale Kompetenzen sowie über ethisch-menschliche Qualitäten verfügen.
Niemand kann heute wissen, welche Tätigkeiten die Teilnehmer/innen der Jugendakademie einmal ausüben werden bzw. welche Aufgaben sie künftig in der Gesellschaft zu erfüllen haben. Deshalb müssen die Angebote über die Schule hinaus Qualifikationen und Einsichten vermitteln, die den jungen Menschen helfen, die Herausforderungen einer sich schnell verändernden Welt zu bewältigen.
Mit folgenden Zielen sollen die Begabungen der Jugendlichen gefördert werden:
1. Förderung des Strebens nach Wissen und Selbständigkeit
Die Angebote der Jugendakademie sollen das Grundlagenwissen der Teilnehmer/innen erweitern, aber auch das Bewusstsein dafür wecken, dass angesichts des ständigen und schnellen Wissensfortschritts lebenslanges Lernen notwendig ist. Insbesondere wissen-schaftliche Neugier und Forschungsdrang sollen angestoßen werden.
In Zukunft wird es noch mehr darum gehen, die zunehmende Wissensfülle optimal zu nutzen. Die Teilnehmer der Jugendakademie sollen deshalb in die Lage versetzt werden, sich selb-ständig in neue Themenfelder einzuarbeiten, diese zu bewerten und eigene Problemlösungen zu finden.
2. Förderung der Teamfähigkeit
Die Fähigkeit des Einzelnen, in Gruppen erfolgreich zusammenzuarbeiten, gilt als eine der wichtigsten Qualifikationen für Ausbildung, Studium und Berufsleben. Und dies wird immer mehr über die nationalen Grenzen hinausgehen, also auch Weltoffenheit und Toleranz verlangen.
Zur Teamfähigkeit gehören auch das Organisieren von Lern- und Arbeitsprozessen sowie die aktive und passive Kritikfähigkeit. Nicht zuletzt sind Fähigkeiten des menschlichen Miteinanders, wie Einfühlungsvermögen und angemessene Umgangsformen, unverzichtbar.
3. Förderung von interdisziplinärem Denken und Kreativität
Die Komplexität von Problemstellungen in Wirtschaft und Gesellschaft verlangt die Fähigkeit, interdisziplinär arbeiten zu können. Querverbindungen und Zusammenhänge unterschiedlicher Sachgebiete müssen erkannt und bewertet werden. Ganzheitliche Betrachtungsweisen werden die herkömmlichen Fächerstrukturen überwinden.
Dazu ist vor allem auch Kreativität erforderlich: Das Verlassen vorgegebener Denkschemata ermöglicht es, Zusammenhänge neu herzustellen, also originelles Denken in inhaltlicher und methodischer Hinsicht zu entwickeln.
4. Förderung des Bewusstseins der Sozialverpflichtung
Begabte Menschen haben eine besondere Verantwortung für eine humane Gesellschaft. Die Jugendlichen sollen lernen, dass hohe Begabung und Leistungsfähigkeit auch Verpflichtungen der Allgemeinheit gegenüber mit sich bringen. Soziales und politisches Engagement gilt es entsprechend zu fördern.
Angebotsstruktur
zu 1. (Streben nach Wissen und Selbständigkeit)
Die Jugendakademie hält bewusst unterschiedliche Angebotsformen vor, um auf diese Weise einen vielgestaltigen und damit anregenden Wissenserwerb sicherzustellen. Dabei müssen die Themen so beschaffen sein, dass sie eine intellektuelle und kreative Herausforderung für die Schüler/innen darstellen. Die Arbeitsformen in der Jugendakademie sollten so gestaltet sein, dass sie auch überraschende Erkenntnisse und damit Begeisterung für Neues und Lernfreude bewirken können.
Um Selbständigkeit zu fördern, muss die Jugendakademie Veranstaltungen anbieten, in denen aktives und eigenständiges Arbeiten praktiziert werden kann bzw. in denen zunächst die Voraussetzungen hierfür vermittelt werden.
Im Einzelnen fallen hierunter:
- die Anleitung zu selbständiger und effizienter Informationsrecherche, z.B. in Seminaren, Arbeitsgemeinschaften und Bibliographierkursen;
- Hilfestellung zum Lernen Lernen: Lerntechniken sind auch für Begabte wichtig, da es bei größerer Stofffülle oder Komplexität nicht ohne Lernsystematik geht;
- Hilfestellung zur Benutzung moderner Medien, z.B. Internet, Computerselbstlernsysteme u.ä..
zu 2. (Teamfähigkeit)
Den Teilnehmern der Jugendakademie muss verstärkt die Möglichkeit gegeben werden, in wechselnden Kleingruppen zusammenzuarbeiten, z.B. in einem Eröffnungsworkshop, in den Arbeitsgemeinschaften und Seminaren. Vor allem Projektarbeit ist hierbei von Nutzen.
- Durch die gegenseitige Rückmeldung im Team werden zusätzlich das Äußern und Ertragen von konstruktiver Kritik trainiert.
- Die Vorstellung von Ergebnissen bietet Gelegenheit für rhetorische Übungen und das Einüben verschiedener Präsentationstechniken. Dies kann in den Arbeitsgemeinschaften selbst oder öffentlich in der Schlussveranstaltung oder einer Ausstellung geschehen.
- Die Förderung des höflichen, sich gegenseitig respektierenden Umgangs miteinander liegt vor allem in den Händen der Leiterinnen und Leiter der Arbeitsgemeinschaften; aber auch im Rahmen anderer Veranstaltungen kann das Bewusstsein für angemessene Umgangsformen gepflegt werden.
zu 3. (Interdisziplinäres Denken und Kreativität)
Interdisziplinäres Arbeiten wird eher bei Veranstaltungen von längerer Dauer möglich sein, z.B. in den Arbeitsgemeinschaften und bei längeren Projekten. Doch auch schon bei den Abendvorträgen kann ein bestimmtes Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet werden.
Bei Veranstaltungen ist darauf zu achten, dass diese von einem Referenten geleitet werden, der über das notwendige Spektrum an Disziplinen verfügt, oder dass mehrere Fachkräfte z.B. auch unserer Kooperationspartner eng zusammenarbeiten.
In diesem Zusammenhang ist auch die Notwendigkeit des übergeordneten Rahmenthemas eines Jahres zu sehen, dem vor allem die Abendvorträge als Einzelthemen zugeordnet werden.
Die Förderung von Kreativität lässt sich kaum einem bestimmten Angebot zuordnen. Sie findet immer dann statt, wenn den Schüler/innen zwar geistige Anstöße, aber vor allem auch viel Freiraum zum selbständigen Denken, Tun und Diskutieren, z.B. in Form von Brainstorming, gegeben werden.
Kulturelle Aktivitäten, z.B. in den Bereichen Musik und Kunst, können ebenfalls Kreativität fördern.
zu 4. (Bewusstsein der Sozialverpflichtung)
In möglichst vielen Veranstaltungen sollten ethische und soziale Gesichtspunkte einbezogen werden. Besuche und Praktika in sozialen Einrichtungen vermitteln Eindrücke und Erlebnisse, die zu menschlichem Mitempfinden hinführen können..
Beispielhaft können Kontakte zu kirchlich-sozial oder politisch-gesellschaftlich engagierten Personen herbeigeführt werden. Dadurch lassen sich Aktivitäten veranschaulichen, die der Jugendliche schon in seinem persönlichen Umfeld anstreben und verwirklichen kann.
B. FORMALZIELE
Teilnehmerorientierung und Angebotsqualität
Die spezielle Förderung jeder individuellen Einzelbegabung würde den Rahmen einer Institution wie der Jugendakademie sprengen. Dennoch orientieren sich die Angebote der Jugendakademie grundsätzlich an den Neigungen und Interessen der Teilnehmer. Auch bei der Weiterentwicklung des Konzeptes ist - in Zusammenarbeit mit dem hierfür zuständigen Kuratorium - den Bedürfnissen der Jugendlichen Rechnung zu tragen und mit Flexibilität darauf zu reagieren.
Die Jugendakademie finanziert sich über Mittel, die von der öffentlichen Hand und den Kooperationspartnern zur Verfügung gestellt werden. Im Rahmen dieser vorhandenen Mittel sollen besonders befähigte Schülerinnen und Schüler der Region bestmöglich gefördert werden. Um einen möglichst hohen Effektivitätsgrad beim Einsatz der Personal- und Sachmittel zu erzielen, bedarf es einer permanenten Überprüfung der Qualität.
Maßnahmen:
Zur Umsetzung dieser Ziele ist ein intensiver Dialog mit den Teilnehmer/innen notwendig - einerseits, um generell deren Interessen zu eruieren, andererseits, um repräsentative Rückmeldungen über bereits erfolgte Veranstaltungen zu erhalten. Daten in diesen Bereichen werden erhoben durch
mündlichen Erfahrungsaustausch
- Anleitung zur schriftlichen Selbstreflexion über das Akademiejahr
- Teilnehmerbefragung
- Einbeziehen von Erfahrungen in vergleichbaren Institutionen (Freiburg, Waldshut-Tiengen etc.)
- Kostenermittlung
Corporate Identity und Öffentlichkeitsarbeit
Innerhalb der Bildungseinrichtungen und hier speziell der Einrichtungen zur Förderung besonders Befähigter muss sich die Jugendakademie positionieren. Dies geschieht zum einen durch die Entwicklung eines charakteristischen Angebotsprofils, zum anderen aber auch durch entsprechende Maßnahmen im Bereich Corporate Identity. Dies bedeutet zunächst die Stärkung der Identifikation von allen Beteiligten mit der Jugendakademie, in erster Linie von Teilnehmer/innen, aber auch von Lehrkräften.
Maßnahmen:
- Definition und Verabschiedung von Sachzielen
- Einführungsworkshop zu Beginn des Schuljahres, der den Jugendlichen, die von verschiedenen Schulen stammen, die Möglichkeit gibt, sich untereinander kennen zu lernen. Hierzu können im Laufe des Schuljahres Fortsetzungsveranstaltungen angeboten werden (z.B. Wochenendveranstaltungen mit Übernachtung o.ä.)
- Schüler, die bereits an der Jugendakademie teilgenommen haben, werben in den Folgejahren für neue Teilnehmer
- Einbinden von Schüler/innen bei der Vorbereitung von Veranstaltungen (z.B. beim Einführungsworkshop)
- Kontaktpflege zu den AG-Leitungen durch (informelle) Treffen, nach Möglichkeit auch unter Einbeziehung einzelner Kooperationspartner
- Einrichtung und Pflege einer eigenen Homepage durch Teilnehmer/innen
- Nutzen von Schülerzeitungen für Zwecke der Jugendakademie (möglichst auch mit Teilnehmern als Verfasser von Artikeln)
- stärkere Präsenz in den Medien (regionale und überregionale Presse, Fachzeitschriften etc.)
- Präsenz und Vorstellung der Entwicklung der Jugendakademie bei Fachtagungen u.ä.
- Erstellen und Verbreiten von Informations- und Dokumentationsmaterial über Ziele und Tätigkeit der Jugendakademie (Faltblätter, Jahresbericht u.ä.) sowie
- Durchführung öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen (offizieller Abschlussabend, Ausstellung etc.)
- Erstellen von Werbeträgern (z.B. Anstecker, Displays für Veranstaltungen etc.)